Heute haben wir uns zu einer Wanderung nach Hermigua aufgemacht. Sie fing direkt bei uns hinterm Haus an und sollte nach 6 Km in dem Dorf enden. Ich freute mich schon nach den ersten Schritte auf eine kalte Cola aus der Flasche. Der Anstieg war steinig aber machbar, die Aussicht oben auf dem Berg entlohnte besonders mich für die Anstrengung. Wieder hat uns La Gomera völlig überrascht, da wir oben eine Wüstenlandschaft fanden und nur wenige Meter weiter wieder Palmen. Nach der schönen Aussicht freuten wir uns darauf, dass es nun nur noch bergab ging.
Das bergab viele Definitionen hat, habe ich nach ungefähr 10 Minuten gelernt. Es war ein sehr steiles, steiniges und mitten in der Sonne bergab. Aber gut, wer beschwert sich schon wenn man nur nach unten laufen muss und erstmal nichts anstrengend erscheint. Dave als Wanderprofi schlängelte sich sehr elegant nach unten und seine Pausen bestanden mehr daraus auf mich zu warten als die Landschaft zu genießen. Uns sind einige andere Wanderer entgegen gekommen und irgendwann habe ich sie für den Aufstieg beneidet. Am Ende sind wir aber beide unten angekommen, ohne Schürfwunden und nur mit wenig schmerzenden Knien. Die Cola kam nur aus der Dose, dafür hat sie aber umso besser geschmeckt. Danach führte uns ein kleiner Weg an der Küste nach Hermigua. Wir haben dabei ein sehr süßes mini Dorf entdeckt, wo die Leute bei offener Tür ein Nickerchen halten und die Welt wirkt als wäre sie stehen geblieben. In Hermoso gabs das obligatorische Bocadillo und wir haben den Bus heim genommen.
Der nächste Tag empfing uns mit Muskelkater und daher nahmen wir Cesar um im nächsten Dorf was essen zu gehen. Das Essen war super und mal ohne Bocadillio. Dave hatte Cesar, es ist auch kaum anders möglich hier, an einem kleinen Hang geparkt. Das Rausfahren aus der Parklücke stellte sich leider als schwierig heraus, der Rückwärtsgang wollte nicht so wie Dave und wir fuhren vorwärts immer näher an das parkende Auto vor uns. Nach etlichen Versuchen uns das zu erklären und es erneut zu probieren, stand Cesar so nah am anderen Auto dran dass wir keine Chance mehr hatten und aufgeben mussten. Also was tun? Genau, wir haben den Bus genommen und uns versucht einzureden, dass morgen alles wieder in Ordnung sein wird und das Auto vor uns nicht mehr da sein würde.
Natürlich war das andere Auto nicht weg am nächsten Tag. Keine Menschenseele auf der Straße, die wir hätten fragen können. So haben wir etwas gewartet und uns dann entschieden erstmal was zu essen. In dem Cafe haben wir Jan kennengelernt, genauer: Jan aus Neukölln, kein Witz! Jan bot seine Hilfe an, wie man das als guter Nachbar so macht, und so begann die Operation Cesar. Die Ausgangsposition war noch immer die selbe. Wir legten schwere Steine unter die Vorderräder, Dave fuhr mit der Handbremse rückwärts an, Jan und ich versuchten dabei Cesar nach hinten zu drücken. Ich erspare euch den Spannungsbogen- wir haben Cesar befreit!!!!!! Absolute Erleichterung stellte sich ein und wir freuten uns alle sehr. Als Danke verabredeten wir uns mit Jan auf ein Essen in den nächsten Tagen. Selten habe ich mich so darüber gefreut ein Auto in unserer Auffahrt zu sehen.









